Standard

FCI-Standard Nr. 113

URSPRUNG: Frankreich

VERWENDUNG: Hüte-/Treibhund

KLASSIFIKATION FCI: Gruppe Hüte-/Treibhund

ALLGEMEINE ERSCHEINUNG:

Der Briard ist ein rustikaler, gut proportionierter Hund mit lebhaftem und aufgewecktem Charakter. Er entstammt den Hof- und Bauernhunden, die im gesamten Flachland Frankreichs vorkamen. Konkret beschrieben wurde der Briard erstmals 1809 von Abt Rozier. 1863 tauchte der Briard zum ersten Mal auf einer Hundeausstellung in Paris auf, 1897 wurde ein erster Standard erstellt.
Der Briard ist ein idealer und treuer Familienhund und darf auf keinen Fall im Zwinger gehalten werden.
Der dauernde Kontakt mit seiner Familie ist für ihn das wichtigste. Ein Familienhund mit Ansprüchen, aber kein Modehund.

VERHALTEN/CHARAKTER (WESEN):

Man sagt immer, der Briard ist ein „Herz mit Haaren drum herum“. Das beschreibt den Briard ziemlich genau und deshalb kann man sich schon in diese Rasse verlieben. Als Hirtenhund hütete er früher die Schafe.
War die Herde in Bewegung, lief der Hund herum und hielt sie zusammen.
War die Herde ruhig, suchte er sich ein Plätzchen und schlief.

Heutzutage ist es die Familie, die er behütet. Wenn er als Familienhund leben darf, baut er eine gute Beziehung zu ihnen auf. Er wird von sich aus auf „seine Leute“ achten und immer um sie herum sein. Grund genug, warum sich der Briard nicht als Ketten- und Hofhund eignet.

Er hat noch einige ganz besondere Eigenschaften, die ich hier aufzählen möchte: temperamentvoll, wachsam, misstrauisch gegenüber Fremden, arbeitsfreudig auf dem Hundeplatz, ob das Breitensport oder Rettungshundearbeit ist.
Er eignet sich auch zum Schutzhund. Verspielt – untereinander und mit Menschen und keine Kläffer.

Einen Jagdtrieb hat der Briard nicht (seltene Ausnahmen bestätigen die Regel), auch wenn er gerne mal einem Vogel oder Hasen nachrennt. Aggressionen sind nicht erwünscht, denn als Familienhund wünscht man sich ja einen zwar wachsamen aber nicht unbedingt scharfen Hund. Aber das allein ist nicht nur der guten Herkunft sondern auch einer konsequenten Erziehung zu verdanken.

Bei regelmäßigen Besuchen auf dem Hundeplatz und den Arbeitstagen, die der Club anbietet, lernt man, die Hunde richtig zu erziehen
und sie somit zu umgänglichen Hunden zu machen, die einen jederzeit überall hin begleiten können.
Mit der richtigen Mischung aus Konsequenz und Liebe bekommt man einen treuen Gefährten, auf den man sich verlassen kann.

GRÖßE:

62-68 cm die Rüden, 56-64 cm die Hündinnen. Die Körperlänge muss größer sein als die Höhe. Der Briard ist länglich.

KOPF:

Stark, lang, ausgeprägter Stop, der so platziert sein muss, dass er von der Nasenspitze den gleichen Abstand wie vom Hinterhauptbein aufweist, ausgestattet mit Haaren, die Bart, Schnauze und Augenbrauen bilden, letztere verdecken leicht die Augen.
Stirn: Sehr leicht gerundet. Oberkopf -Geradlinig.
Schnauze: Weder schmal, noch spitz
Nase: Mehr viereckig als rund, Nasenspiegel immer schwarz, kräftig, offen
Zähne: Stark, weiß und perfekt zueinander passend.
Augen: Waagrecht, gut geöffnet, eher groß, nicht schlitzäugig, von dunkler Farbe, mit intelligentem und ruhigem Ausdruck. Ein graues Auge bei einem grauen Briard wird nicht bestraft.
Ohren: Hoch angesetzt. In ihrer natürlichen Form belassen, eher kurz und nicht anliegend. Die Länge des natürlichen Ohres soll die Hälfte der Kopflänge nicht überschreiten oder eher etwas kürzer sein, immer flach und mit langen Haaren versehen.

HALS:

Muskulöser, von der Schulter abgesetzter Hals.

KÖRPER:

Brust: Breit (handbreit zwischen den Ellenbogen), tief und gut bis zu den Ellenbogen herabgezogen.
Kruppe: Wenig geneigt, leicht gerundet.
Rücken: Gerade
Läufe: Gut bemuskelt, mit starkem Knochenbau und senkrecht gestellt.
Sprunggelenke: Nicht zu nahe am Boden und so gewinkelt, dass der Hintermittelfuß
annähernd senkrecht steht.
Rute: Ungekürzt, gut behaart, am Ende einen Haken bildend, niedrig und nicht von der geraden Linie abweichend getragen, muss die Spitze des Sprunggelenkes erreichen oder diese um höchst. 5 cm überschreiten.
Pfoten: Stark, rund geformt (Zwischenform zwischen Katzen- und Hasenpfoten).
Krallen: Schwarz
Pfotenballen: Hart
Zehen: Geschlossen

HAARKLEID:

Haar: Gedreht, lang, trocken (Ziegenhaarstruktur) mit leichter Unterwolle.
Fellfarbe: Alle einheitlichen Farben sind zugelassen, außer die unten aufgeführten. Die dunklen Farben sind empfehlenswerter.
Nicht mit Zweifarbigkeit zu verwechseln ist ein leicht heller Farbton der Gliedmaßen, was nichts anderes als ein beginnende Depigmentierung ist. Diese Farbe, nur wenig heller, muss im selben Farbton bleiben (dunkles Fauve auf hellem Fauve, dunkles Schwarz auf hellem Schwarz, dunkles Grau auf hellem Grau). Das Fauve muss warm und einheitlich sein, weder hell noch ausgewaschen.

STRAFGRÜNDE:

Schwarz mit rötlichem Schimmer; ungenügend warmes Fauve; weißer Brustfleck; zu stark charbonniert; an der Grenze zur Mantelbildung; sehr helles Fauve – ausgewaschen.

Gründe zur Disqualifikation: Die Farben weiß, Kastanien- oder Mahagoniebraun, Bicolor, weißer Bruststreifen, weiße Haare am Ende der Pfoten. Fauve mit charbonniertem Mantel, zu helle Farbe.

Bicolor: Im Bereich der dunklen Haare ist die Haut bläulich und im Bereich der hellen Partie rose.

Afterkrallen: Doppelte Afterkrallen an den Hinterläufen. Hunde, selbst von sehr gutem Typ, die nur eine Afterkralle aufweisen,
können nicht prämiert werden. Sie können nicht zur Zucht zugelassen werden. Die doppelten Afterkrallen müssen aus zwei knochigen Teilen mit Kralle bestehen, so nah wie möglich am Boden angesetzt, um so eine bessere Auflage des Fußes zu gewährleisten.

Die Lebenserwartung des Briard:

Der Briard gehört, sehr zu unserer Freude, noch zu einer gesunden und robusten Rasse. Seine Lebenserwartung liegt im Durchschnitt bei 12 Jahren. Typische Krankheiten sind nicht bekannt. Die Hüftdysplasie hat man durch strenge Zuchtauflagen gut im Griff und so kommt es doch selten vor, dass ein Briard so schwere HD hat, dass er operiert oder sogar eingeschläfert werden muss, wie das von einigen anderen Rassen immer wieder zu hören ist. Für den Magendreher sind vor allem große Hunderassen leider manchmal auch Kandidaten. Auch wieder nicht rassetypisch, trifft es aber hin und wieder doch einen Briard. Es sind aber positive Fälle bekannt, d.h. die aufmerksamen Hundebesitzer haben es rechtzeitig erkannt, schnell und richtig reagiert und so konnten die Hunde erfolgreich operiert werden. Hatte man das Glück, seinen Hund gesund alt werden zu sehen, lassen sich aber die Alterszipperlein trotzdem nicht aufhalten.

Kommentare sind geschlossen.