Ernährung

Briard-welpen kauen genüßlich an einem Riesenknoch

„Essen und Trinken hält Leib und Seele zusammen“ sagt der Volksmund über die Ernährung der Zweibeiner. Nicht viel anders ist es bei unseren vierbeinigen Hausgenossen. Ohne artgerechte Fütterung leiden Leistungsfähigkeit, Gesundheit und Aussehen. Artgerecht bedeutet in diesem Zusammenhang, dass die Auswahl geeigneten Futters sich ausschließlich an den Bedürfnissen unserer Vierbeiner orientieren muss und nicht an der Frage, ob das angepriesene Futter uns Menschen anspricht.

Damit hier nicht der falsche Eindruck einer Parteilichkeit zugunsten der Fütterung nach der Methode „BARF“ entsteht – ja, unsere Hunde werden seit Jahren gebarft und auch die Welpen unseres Wurfes vom Juli 2010 wurden nach dieser Methode gefüttert, sobald zur Muttermilch zugefüttert werden musste. Die Entscheidung zugunsten der Methode „BARF“ fiel bei uns, nachdem unser ansonsten kerngesunder Rüde auf mehrere Sorten Trockenfutter mit „spritzig vorn und hinten raus“ reagierte. Die Zeiträume zwischen Erstfütterung eines „neuen“ Trockenfutters und der Reaktion darauf wurden immer kürzer und das „spritzig vorn und hinten raus“ dauerte immer länger an. Wer zusehen muss, wie ein großer, stolzer Rüde, dem zudem diese Kotz- und Durchfallattacken offensichtlich furchtbar peinlich waren, zunehmend an Gewicht verliert, wird nicht umhinkommen, eine Alternative zu suchen. Seit wir unseren Rüden – und auch die Hündin, die ein Jahr später zu uns kam, barfen, kennen wir „spritzig vorn und hinten raus“ nur noch aus den Erzählungen anderer Hundebesitzer.

Unsere Hunde zu barfen ist für uns keine Glaubenfrage und wir wollen auch niemanden missionieren. Es sei allerdings die Frage gestattet, ob der zunehmende Befall unserer Hunde mit Zivilisationskrankheiten, denen bisher eher Menschen zum Opfer fielen, nicht vielleicht doch etwas mit der Ernährung unserer Vierbeiner mit Futter aus industrieller Produktion zu tun hat.

Bevor man sich jedoch über die geeignete Fütterungsmethode unserer Vierbeiner unterhält, ist es notwendig, die Einordnung unserer Hunde in das System der Lebewesen darzustellen.

Vor etwa 54 bis 38 Millionen Jahren bildete sich innerhalb der Säugetiere eine Gruppe heraus, denen ein Merkmal gemeinsam war – 4 Fangzähne. Diese Carnivoren (Fleischfresser), die zunächst als Hundeartige bezeichnet wurden, nahmen im Lauf der Jahrmillionen verschiedene Entwicklungen und es bildeten sich verschiene Familien heraus, zu denen neben den Ursiden (Bärenartige) und Feliden (Katzenartige) auch die Caniden (Hundeartige) gehören.

Die Familie Canidae wird heute in zehn Gattungen unterteilt. Zu einer dieser Gattungen, Canis nämlich, gehören neben dem Wolf (Canis lupus) auch unsere Hunde – Canis lupus f. familiaris.

Aus sehr durchsichtigen Gründen wird von einer – nicht kleinen – Gruppe Hundebesitzer die sehr nahe Verwandtschaft mit Canis lupus heruntergespielt. Dabei zeigt bereits die (Unter-)Artbezeichnung, dass es sich bei unseren Hausgenossen schlicht und ergreifend um die domestizierte Form ihrer freilebenden Verwandten handelt. Wie eng diese Verwandtschaft ist, zeigt sich unter anderem daran, dass Kreuzungen von Caniden nur innerhalb der Gattung möglich sind. So ist es zum Beispiel genetisch – unterschiedliche Chromosomenzahl – unmöglich, dass der zu den Canidae gehörende Wolf (Canis lupus) und der ebenfalls zu dieser Familie, allerdings zur Gattung Vulpes gehörende Rotfuchs (Vulpes vulpes) gemeinsamen Nachwuchs zeugen.

Wer es wissenschaftlich ganz genau wissen möchte:

Klassifikation:                   Lebewesen

Domäne:                          Eucaryota (Eukarioten)

Reich:                              Metazoa (vielzellige Tiere)

Abteilung:                     Eumetazoa (Gewebetiere)

Unterabteilung:           Bilateria

Überstamm:                Deuterostomia (Neumünder)

Stamm:                       Chordata (Chordatiere)

Unterstamm:            Vertebrata (Wirbeltiere)

Überklasse:              Gnathostomata (Kiefermäuler)

Reihe:                       Tetrapoda (Landwirbeltiere)

Klasse:                     Mammalia (Säugetiere)

Unterklasse:          Eutheria (höhere Säugetiere)

Überordnung:       Laurasiatheria

Ordnung:              Carnivora (Raubtiere)

Überfamilie:        Canoidea (Hundeartige)

Familie:               Canidae (Hunde)

Tribus:                Canini (echte Hunde)

Gattung:            Canis

Art:                   Canis lupus (Wolf)

Unterart:        Canis lupus familiaris (Haushund)

Der eine oder andere wird möglicherweise nach der Sinnhaftigkeit solch einer langatmigen Herleitung fragen. Sie dient einzig dazu, zunächst einige Prämissen zu setzen, die für die Frage der Ernährung wichtig sind:

1.    Unsere Hunde sind Fleischfresser (Carnivoren)

Wie alle Raubtiere, haben auch Canis lupus und Canis lupus familiaris im Verhältnis zur Schädelgröße große Schläfengruben. Dort haben die für das Zubeißen wichtigen Schläfenmuskeln ihren Ursprung.

Wie alle Landraubtiere besitzen auch Canis lupus und Canis lupus familiaris ein charakteristisches Gebissmerkmal: die sogenannte P4/M1-Brechschere, die sich jeweils aus zwei scharfen Reißzähnen zusammensetzt und hervorragend geeignet ist, um Fleisch zu zerschneiden. In beiden Kieferhälften bilden je zwei Reißzähne eine solche Funktionseinheit. Der obere Reißzahn ist der letzte Vorbackenzahn im Oberkiefer (Prämolar 4 = P4), der untere ist der erste Backenzahn (Molar 1 = M1) im Unterkiefer. Die restlichen Backenzähne der Raubtiere sind im Gegensatz zu den auffälligen Reißzähnen in der Regel eher klein.

2.    Unsere Hunde sind keine Allesfresser (Omnivoren)

Der Unterkiefer ist so im Oberkiefer verankert, dass er nur auf- und abwärts bewegt werden kann; Seitwärtsbewegungen wie etwa beim Kauen sind nicht möglich. Die Verdauung fängt bei Canis lupus familiäres nicht bereits im Maul an, wie dies bei anderen Säugetieren – auch beim Menschen – der Fall ist. Der Speichel unserer Haushunde enthält keine Verdauungsenzyme, sondern dient allein dazu, dass die Nahrungsbrocken besser durch die Speiseröhre rutschen.

3.    Unsere Hunde sind keine Pflanzenfresser (Herbivoren)

Die herbivoren Säugetiere zeichnen sich aus durch breite Schneidezähne, mit denen sie die Pflanzen abschneiden, reduzierte bis fehlende Eckzähne, molarisierte Prämolaren und Backenzähne, mit denen sie die Nahrung zermahlen. Transversale Kaubewegungen sind (auch wegen der fehlenden Eckzähne) möglich und notwendig zum Zermahlen. Auch kommen zahnfreie Abschnitte vor und oft ein frontal verlängerter Schädel.

Diese Unterscheidungen sind wichtig – Gebiss und Verdauungssystem  von Canis lupus familiaris sind auf die passende Nahrung – Fleisch und Knochen – eingestellt.

Nun aber zurück zur Frage der Ernährung des Canis lupus f. familiaris oder schlicht – wie füttere ich meinen Hund?

Bis zur Mitte des letzten Jahrhunderts stellte sich nicht die Frage, ob der vierbeinige Mitbewohner Fertigfutter, Trockenfutter oder rohes, frisches Futter erhält – der Hund fraß die Reste vom Tisch seiner Menschen. Wer in der Nähe eines Metzgers oder Schlachthofes wohnte, ergänzte dieses Nahrungsangebot mit Schlachtabfällen – zur Freude der Vierbeiner.

Die zunehmende industrielle Nahrungsmittelproduktion für den menschlichen Bedarf musste fast zwangsläufig dazu führen, dass die Industrie auch die Vierbeiner als Abnehmer ihrer Produkte ins Visier und das Schicksal seinen Lauf nahm.

Wie werden denn nun unsere Hunde am „richtigsten“ ernährt? Der Beantwortung dieser Frage wird sich in zahlreichen Foren mit fast religiösem Eifer hingegeben. Die verschiedenen Fraktionen – Trockenfutter, Nassfutter, selbst gekocht, BARF etc. – glauben jeweils im Besitz der allein selig machenden Erkenntnis zu sein.

Beginnen wir zunächst mit dem Trockenfutter.

Man sollte annehmen, dass industriell gefertigtes Tierfutter gewissen gesetzlichen Mindeststandards unterliegt, die dafür sorgen, dass wir unsere Hunde damit nicht schädigen können. Gesetzliche Regelungen zu Inhaltsstoffen von Tierfutter, Deklaration derselbigen auf der Verpackung, Verpackungsgrößen etc. gibt es in der Tat. Es irrt nun allerdings derjenige, der annimmt, dass all diese Regelungen dem Wohl der tierischen Konsumenten dienen – an einigen Beispielen soll verdeutlicht werden, dass solcherlei Regelungen allenfalls denjenigen Spielräume eröffnen, die mit der industriellen Prodktion von Tierfutter für Heimtiere das große Geld verdienen.

Was ist denn beispielsweise von der pauschalen Bezeichnung „Antioxidantien“ und „Konservierungsstoffe“ bei der Deklaration von Inhaltsstoffen von Trockenfutter zu halten?

Sowohl Antioxidantien als auch Konservierungsstoffe gehören zu den deklarationspflichtigen Zusatzstoffen, die in Anlage 3 der Futtermittelverordnung aufgeführt sind. Beide Zusatzstoff-Gruppen haben unterschiedliche Wirkungen. Antioxidantien sind Substanzen (Ethoxiquin, BHT, BHA, Ascorbinsäure wie Vitamin C und Tocopherole wie Vitamin E), die chemische Radikale binden und dadurch den oxidativen Verderb von Futter verzögern. Konservierungsstoffe hingegen greifen in den Stoffwechsel von Mikroorganismen (Bakterien, Pilze) ein oder verzögern den mikrobiellen Verderb durch ph-Wert-Absenkung mit organischen Säuren (Ameisen-, Propion- oder Essigsäure). Warum darf ein Hersteller die Beifügung solcher Stoffe nach Recht und Gesetz hinter den Pauschalbegriffen „Antioxidantien und Konservierungsstoffe“ verstecken?

Dabei ist derjenige Hersteller, welcher solche Stoffe in seinem Trockenfutter deklariert, noch einer der ehrlichen – werden diese Stoffe durch einen Zulieferer in einem Vorprodukt untergebracht, – eine Pflicht zur Analyse von Vorprodukten gibt es nicht – darf der Hersteller des Endprodukts sogar damit werben, dass keine Konservierungsstoffe beigefügt wurden und sich mit solchen Unwahrheiten in Übereinstimmung mit EU-Recht sehen. Er hat ja auch keine Konservierungsstoffe beigefügt, das war der Vorlieferant – logisch. Ohne Antioxidantien und Konservierungsstoffe kommt aber ein Trockenfutter, was sich nicht nach einigen Wochen selbstständig samt Sack auf die Strümpfe machen darf, nicht aus – logisch. Ganz im Gegenteil sollen manche Trockenfutter bis zu zwei Jahren haltbar sein.

Interessant in diesem Zusammenhang ist, wer denn die Hersteller dieser Tier“nahrung“ sind – in der Regel Lebensmittelmultis wie Beispielsweise Nestle oder Mars. Macht ja auch irgendwie Sinn. Werden beispielsweise Riegel mit Erdnüssen hergestellt, fallen zumindest schon mal die Erdnussschalen an, die man eigentlich als Abfall entsorgen müsste. Schön ist doch für einen Multi, wenn er eine Tochter hat, die „zufällig“ Tiernahrung herstellt, der man diese Erdnussschalen ganz legal als Füllmaterial beimischen kann. So verwandelt sich Abfall, der eigentlich kostenpflichtig entsorgt würde, in eine Einnahmequelle. Und Abfälle entstehen viele bei der Lebensmittelproduktion!

Ein anderer Weg an die Rohstoffe für Trockenfutter zu gelangen, sind die „Abfallsammler“. Zum Beispiel die zur VION FOOD GROUP gehörende RENDAC. Die sammelt in ganz Europa Schlachtabfälle ein, Material der Kategorien 1, 2 und 3. Die Schlachtabfälle aller drei Kategorien werden bei Schlachthöfen und Fleisch bzw. Geflügel verarbeitenden Betrieben (u.a. auch in den zur Konzernmutter VION gehörenden Betrieben) kostenpflichtig entsorgt. Die noch verwertbaren Abfälle werden an eine andere Konzerntochter, die SONAC, verkauft, die wiederum die Tierfuttermultis beliefert. Zahlreiche Skandale in der Vergangenheit lassen zumindest Zweifel daran aufkommen, dass es die Abfallsammler der RENDAC immer so genau damit nehmen, was sie an die SONAC verkaufen.

Vielleicht glaubt der eine oder andere auch erinnern zu können, dass der Getreideanteil im Trockenfutter früher nicht so hoch war wie heutzutage. Das ist richtig und hat seine Ursache in einem Trend – in Amerika entstand in den vergangenen Jahren eine Bewegung, die „red meat“ (rotes Fleisch) als gesundheitsschädlich bezeichnet und statt dessen den Verzehr von „white meat“ (weißes Fleisch = Geflügel) propagiert. In der Folge fehlen zigtausende Tonnen billiger Schlachtabfälle, die sich früher in Premium-Trockenfutter verwandelten. Die findigen Hersteller von Trockenfutter ersetzten die nunmehr fehlenden Schlachtabfälle (deklariert als Fleisch und tierische Nebenprodukte) zu einem nicht unerheblichen Teil durch Getreideprodukte. Bei diesen wiederum handelt es sich nicht um (teures) Getreidemehl, sonder um Schalen, Abfälle aus Brauereien u.ä.

Zusammenfassend reicht – uns zumindest – das oben gesagte aus, Trockenfutter als mögliche Futterquelle nicht in Betracht zu ziehen. Wir wollen und können nicht behaupten, dass alle Trockenfutter nach dem oben dargestellten Schema hergestellt werden. Es mag einzelne Produkte geben, deren Inhaltsstoffe dem Nahrungsbedarf unserer Vierbeiner eher entsprechen. Neben der ökologischen Sinnhaftigkeit stellt sich hier die Frage, warum zum Beispiel in Canada produziertes Trockenfutter nach Europa geschafft und hier vertrieben werden muss.

Noch ein Wort dazu, was eigentlich einer der geborenen Sachwalter der Interessen unserer Hunde, der Verband für das Deutsche Hundewesen, VDH, zur „artgerechten“ Fütterung mit industriell hergestelltem Trockenfutter sagt. Wer einmal eine der großen Hundeausstellungen des VDH besucht hat, dem sind vielleicht die Hauptsponsoren dieser Veranstaltungen aufgefallen – eben jene Hundefutter-Multis. Da aber solche großen Events ohne Sponsoring durch die Multis nicht finanzierbar sind…

Nun zu den verschiedenen Arten des Feuchtfutters (Naßfutter in Dosen, Halb-feucht-Futter in Kuststoffverpackungen)

Was unterscheidet denn die verschiedenen Arten des Feuchtfutters vom Trockenfutter oder besser – gibt es überhaupt einen Unterschied? Im wesentlichen unterscheiden sich die drei Futterarten (trocken, halb-feucht, nass) durch den Gehalt an Flüssigkeit. Vereinfacht dargestellt könnte man aus einem Trockenfutter durch Zusatz von Wasser Nassfutter herstellen.

Im einschlägigen Fachhandel ist Dosenfutter für unsere Vierbeiner zu erwerben, welches auf den ersten Blick gut aussieht. Durch einen Werbetrick – es wird den Käufer erklärt, der Inhalt sei nur relativ kurz (beispielsweise 6 Monate) haltbar –  wird der Eindruck erweckt, dieses Futter sei besonders schonend hergestellt und wegen des Verzichts auf Haltbarmachung zum Beispiel durch Konservierungsstoffe, besonders gesund. Tatsächlich muss nach deutschem Futtermittelrecht der Inhalt der Dosen bei mindestens 138 Grad steril gemacht werden. Dadurch ergibt sich eine Mindesthaltbarkeit von 2 Jahren – die Angabe geringerer Haltbarkeitsfristen ist Augenwischerei. Die Frage, was nach der Erhitzung auf 138 Grad von den Inhaltsstoffen wie Vitaminen, Enzymen etc. übrig ist, darf sich jeder selbst beantworten.

Wer auf den Kauf von Dosenfutter nicht verzichten möchte, sollte darauf achten, ein hochwertiges Futter – bezogen auf den Proteingehalt – zu kaufen. Auf den Erwerb von Dosenfutter mit pflanzlichen Zutaten sollte verzichtet werden, da hier oftmals durch die Verwendung von Soja-Proteinen, die ein Hund schlecht oder gar nicht verwerten kann, ein hoher Proteinanteil erreicht wird, während es sich bei den Fleischanteilen um wertlose Zutaten handelt. Als Faustregel kann man sagen, dass fehlende pflanzliche Zutaten + geringer Flüssigkeitsanteil + hoher Proteinanteil ein Dosenfutter mit höherer Wertigkeit ausmachen. Die fehlenden pflanzlichen Zugaben kann man leicht selbst in Form von Flocken beimischen. Zu bedenken ist dabei stets, dass durch die vorgeschriebene Erhitzung des Inhalts Geschmack, Geruch und Gehalt an Vitaminen, Enzymen etc. verändert wurde.

Über tausende von Jahren wurden die Hunde mit den Resten selbst gekochter menschlicher Nahrung gefüttert. Dass Canis lupus familiaris dies überlebt hat, ist alleine allerdings noch kein Beleg für die Sinnhaftigkeit dieser Fütterungsmethode. An dieser Stelle ist auch zu bedenken, dass bis in das 19. Jahrhundert Hunde als Arbeitstiere gehalten wurden. Der Adel, dem alleine das Recht der Jagdausübung zustand, hielt sich Meuten von Jagdhunden. „Einfache Bürger“, Bauern und Handwerker, hatten ausreichend Probleme, sich und ihre Familien zu ernähren. Hundehaltung zur Gesellschaft, wie heute üblich, war zur damaligen Zeit unbekannt.

Tatsache ist, dass im frühen 20. Jahrhundert Hunde mit den Tischresten menschlicher Nahrung ernährt wurde. Nach modernen ernährungswissenschaftlichen Erwägungen ist diese Art der Ernährung für einen Carnivoren ungeeignet. Die gekochten oder gebratenen Lebensmittel waren durch die Art ihrer Zubereitung (lange Zeit bei großer Hitze) ihrer Vitamine und Enzyme weitgehend beraubt. Knochen, die selbstverständlich an die Hunde verfüttert wurden, hatten ihre Zusammensetzung verändert und neigten zum Splittern. Hundenahrung, wie heute üblich, durch frisches Obst und Gemüse zu ergänzen, war damals unbekannt. Dass die vierbeinigen Hausgenossen durch die Gabe gekochter Nahrung ihrer natürlichen Ernährung entfremdet wurden, war damals nicht Gegenstand kritischer Betrachtungen. Über den Gesundheitszustand von Canis lupus familiaris in der damaligen Zeit ist nichts bekannt. Dies liegt unter anderem daran, dass erst mit der Wandlung vom Haus- und Gebrauchshund zum Familienmitglied das (finanzielle) Interesse der Wissenschaft erwachte.

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